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Günther Zauner beim 100 km Lauf in Biel (Schweiz)
15. Juni 2007
(Bericht und Fotos: Günther Zauner)

Als Langstreckenläufer hörte ich schon öfters von diesem Lauf. Eine Andeutung von der Veranstaltung gegenüber meinem Lauffreund Thorsten genügte und schon war meine Teilnahme fix. Die 49. Auflage des Ultra-Laufes in Biel sollte mein Debüt auf dieser Länge werden. Die Frage nach der optimalen Vorbereitung stellte sich nun fortan. Über das Internet stieß ich schließlich auf die Trainingspläne von Constanze Wagner: Die Läuferin hat Biel bereits achtmal bestritten und stolze dreimal gewonnnen. Ein Trainingsplan von ihr sowie ein auf mich zugeschnittener Feinschliff sollte schließlich zu meinem Erfolg beitragen. Im Jänner begann das Abenteuer: Lange, sehr lange Läufe waren es, die mich durch den Bezirk Braunau und das Salzburger Land führten und mich das Heimatland erkunden ließen. Zeitgleich begann ich im Jänner gemeinsam mit meinem Trainingspartner Willi vom Team Woolf Shoes einen Lauftreff im Fitnessstudio Bürmoos zu leiten.

Die Monate vergingen - der große Tag rückte näher. Bei der Abreise am 14. Juni mit dem Auto nach Biel zeigte das Navi 680 km bis nach Biel. Dort angekommen wartete bereits Thorsten mit seiner Freundin Sonja am Neumarkter Platz. Das Hotelzimmer am Eck des Gebäudes war für uns Vormooser unvorstellbar laut. Wie werden wir hier wohl schlafen können?

Der 15. Juni war angebrochen und es regnete in Strömen. Ein Einkaufsbummel und die Abholung der Startunterlagen im riesigen Eisstadion standen auf dem Programm. Unser Hotel sowie das im Erdgeschoß liegende Restaurant wurden von Indern geführt. Fisch mit Reis sollte meine gut verdauliche Speise sein. Während den letzten Ruhestunden vor dem Start gingen mir tausend Gedanken durch den Kopf. Unmittelbar nach der Abreise vom Hotel zum Start wurde ich immer ruhiger. Die Nervosität war mir (anscheinend) ins Gesicht geschnitten.

Gemeinsam mit ca. 2.000 Läufern machte ich mich um 22 Uhr auf den Weg. Tausende Zuschauer
bejubelten uns. Nach den letzten Zurufen von meiner Frau Hermi und Sonja gings hinaus ins finstere Bieler
Vorland - Richtung Bern. Auch beim ersten steilen Anstieg zum Bellmund warteten Besuchermassen auf uns - ich kam mir vor wie bei der Tour de France. Leichter Regen setzte ein und machte den Lauf nicht leichter. Thorsten, mein Coach, durfte erst bei Kilometer 22 zu mir, um mich zu unterstützen.

Die neu erbaute Aarebrücke bei Aarberg war das nächste große Ziel, das angelaufen wurde. Der Einlauf in Aarberg in einem schloßähnlichen Stadtplatz war gewaltig. Die Zuseher machten eine Welle, sodass ich vor lauter Eindrücken erstmal schauen musste, wo ich weiter laufen musste. Endlich bei Lyss angekommen, durfte die Radfahrtruppe der Coaches zu uns Läufern. Thorsten, der bereits zweimal den Rennsteig über 72 km gelaufen ist, verstand es, mich zu motivieren und mir wertvolle Tipps zu geben. Die folgenden Kilometer waren sehr gut: gleichmäßig und immer überholend. Bei Kilometer 55 bogen wir Läufer ins Emmental ein. Der Pfad war ca. 70 - 80 cm breit, holperig mit Wurzeln und ähnlichen Tücken übersät. Ich lief auf eine Gruppe deutscher Läufer auf. Sie baten mich, ihnen vorzulaufen, damit ich Licht mit meiner Stirnlampe machte. Der Dreck und Schlamm in den Socken rieben.

Ein extrem steiler Anstieg bei Kilometer 78 sollte die nächste Herausforderung sein. Kehren wie am Glockner überaschten mich. Der abfallende Teil auf der anderen Seite half mir, viele weitere Kilometer hinter mich zu bringen. Endlich Kilometer 90! Ein Anstieg über eine Bahnstrecke und der 95er war geschafft. Ein letzter Schluck Cola gab Kraft für den Endspurt. Die Freude über das bereits Geglückte lockte ungeahnte Kräfte bei mir hervor. Ich schlug ein Tempo ein, als wäre ich gerade 10 km gelaufen. Einen Zielsprint mit einem Engländer gewann ich schließlich um 2/10 Sekunden.

 

Insgesamt war ich 11 Std. 9 min unterwegs. Eine gute Zeit, die sich in der Ergebnissliste sehen lassen kann. Vor lauter Freude über das Geschaffte konnte ich mich kaum beruhigen. Natürlich wurden sofort wieder neue Pläne geschmiedet. So werde ich beispielsweise Thorsten bei seiner Heimpremiere auf der Schwäbischen Alb begleiten. Weitere Infos unter www.thorsten-hintsch.de oder www.100km.ch.


Blick in die Bieler Altstadt

Abholung der Startunterlagen

der Traum: das Ziel


in wenigen Augenblicken geht's los!


Gattin Hermine und Coach Thorsten - meine wertvollen Stützen

kurze Labung zwischendurch

km 70


km 78 und wieder mal geht's bergauf


95 km - nur noch 5 km bis zum Ziel

nach 100 km der Zielsprint

geschafft!


Gratulation zur erbrachten Leistung


Berichterstattung an die Daheimgebliebenen

ohne Worte!

Günther und Thorsten: 100 km verbinden


auf diese Leistung kann mit Stolz zurückgeblickt werden


In den Reigen der Gratulanten wollen auch wir, das Team von Vormoos Online, uns anschließen. Herzlichen Glückwunsch zu dieser sportlichen Höchstleistung. Günther, ganz Vormoos ist stolz auf dich und deine Leistung! Viel Erfolg bei deinen nächsten Aktivitäten und danke für die Berichterstattung.

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