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Ein Naturwunder – Große Mausohren (Myotis Myotis)
in der Kirche in Vormoos
Samstag, 21. Juni 2006
(Fotos: Koordinationsstelle für Fledermaussschutz in Südbayern und Vormoos Online)

Bericht vom Fledermaus-Monitoring im Rahmen des Artenschutzprogrammes des Landes Oberösterreich und der Umweltakademie:

Das war ja fast nicht zu glauben, als mir meine Frau berichtete: „Du, in der Kirche oder besser gesagt im Friedhof ist eine junge Wissenschaftlerin, die die Fledermäuse in unserer Kirche zählt." "Ja gibt's denn das", fragte ich mich?

Zu später Stunde machte ich mich – schließlich gehört auch meine Neugier ein bisschen gestillt – auf den Weg, um mich ein wenig schlau zu machen. Und tatsächlich: In der Dunkelheit und hinter den Grabsteinen versteckt, fand ich die „Fledermausspezialistin“ Frau Mag. Simone Pysarczug aus Volders in Tirol. Ausgerüstet mit einer Zählmaschine und einem Ultraschalldetektor zählt sie - so absurd das vielleicht klingen mag - die Vormooser Fledermäuse. Hunderte "große Mausohren" (lat. Myotis myotis) hausen im und rund um den Kirchtum.

Diese Spezies, die zu den höheren Säugetieren zählt, erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 40 cm. Fast nicht zu glauben und doch war - und das bei uns in Vormoos! Darauf können wir zu Recht stolz sein. Noch dazu, wo sich in unserem Dorf eine der größten Populationen in Oberösterreich "eingenistet" hat. Um euch eine konkrete Vorstellung zu vermitteln: Bei der letzten Zählung im Jahre 2005 wurden stolze 480 erwachsene Tiere gezählt.

Es ist übrigens nicht ratsam, ein großes Mausohr anzurühren. Mit ihrem äußerst kräftigen Kiefer und den bis zu 38 Zähnen können sie sich entsprechend wehren. Die Fellfärbung variiert auf dem Rücken in unterschiedlichen Grau- u. Brauntönen; die Unterseite ist meist deutlich heller, oft auch bis weiß. Wie sicherlich bekannt ist, sind die Tiere nachtaktiv und leben in Gruppen, deren Größe von einigen wenigen bis zu hunderttausenden reichen kann. Während der warmen Jahreszeit leben sie im Langhaus und in der Kuppel unserer Kirche (hier haben sie die nötige Ruhe!). Im Winter ziehen sie sich zum Winterschlaf in eigene Winterquartiere zurück.


351, 352, 353, 354, 355,...
Fr. Mag. Pysarczug beim Zählen
der "fliegenden Vormooser"

Sie leben fast ausschließlich von Käfern, Spinnen und Tausendfüßern. Die Paarung erfolgt meist im Herbst oder im Frühwinter. Dann wird das Sperma des Männchens im Fortpflanzungstrakt des Weibchens aufbewahrt. Erst im Frühjahr kommt es schließlich zur Befruchtung und zum Beginn der Schwangerschaft. Nach 50 bis 70 Tagen Tragezeit kommt meist ein einzelnes Jungtier zur Welt, das nach ca. 4 Wochen bereits fliegen kann. Die Lebenserwartung liegt bei sechs bis sieben Jahren. Ähnliche Arten wie die Wimperfledermäuse gibt es in Haigermoos. Die größte Kollonie mit über 700 Tieren ist übrigens in Maria Schmolln zu finden.

Weitere Informationen findet ihr unter www.fledermausschutz.at.


ein schelmisches Grinsen von Fledermaus Fritzi


Bahn frei zum Abflug!


gruselig und doch faszinierend: Myotis myotis im Vormooser Kirchturm
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