|
Osterfeierlichkeiten
auf einem anderen Kontinent Hallo liebe Leute! Hier
ein kurzer Bericht aus meinen Osterferien ... Da die Familien im Norden nur eine Regenzeit haben, ist es nur in dieser moeglich, ihr Gemuese und anderes anzubauen, das heisst von Mai bis August haben sie etwas zu tun, den Rest des Jahres tun sie nichts und haben wirklich Probleme immer genug zu essen zu bekommen. Trotz all den Problemen schaffen sie es, einen Obruni (weissen Mann) wie mir alles moegliche zu schenken und mir wirklich "gutes" Essen anzubieten. Sie brachten mir lebendige Enten und Huehner, Eier und Mangos die sie mir schenkten. Es sind wirklich herzlich gute Menschen, die sich ueber einen Besuch eines Weissen wirklich wundern und sehr freuen. Habe ihnen einen Fussball gekauft, alle, wirklich alle, haben sich riesig drueber gefreut und spielten den ganzen Tag auch in der riesen Mittagshitze, wo ich nichts tun konnte, nicht einmal schlafen. Habe mir vorgenommen, dass ich in meinem Bekanntenkreis um ein wenig Geld bitte, um einen Jungen (Gordon) die Schulausbildung fuer die naechsten (vielleicht) 3 Jahre zu ermoeglichen, das waeren dann im Schnitt 150 Euro im Jahr. Ich habe bei dieser Familie wirklich gelernt, wieviel ein Euro ist. War mit ihnen in der Kirche (Assemble of God = evangelisch) - hat um Geld gebeten wie es in jeder Kirche Brauch ist. Die wenigsten konnten sich leisten nur 1000 Cedis (= 0.1 Euro) zu spenden. Da wurde mir bewusst wieviel Geld es ist, wenn ich mir hier in Sunyani Brot um 10.000 Cedis (1 Euro) kaufe. Die Relationen sind wirklich beaengstigend. Mit dieser Familie die fuenf Tage zu verbringen, hat mir wirklich viel gezeigt und ich kann wirklich sagen, dass ich neue Freunde gefunden habe und sobald ich wieder Zeit haben werde, werde ich sie besuchen und fuer die Kinder und Erwachsenen Stifte, Papier und aehnliches mitnehmen. Das Reisen mit den Tro Tros kann mit unter wirklich gefaehrlich werden, wie ich bereits erlebt habe. Auf der Strasse von Tamale nach Yendi hat unser Tro Tro (Kleinbus mit 25 Personen besetzt) einen Kuehlerschaden gehabt und wir haben 2 Stunden warten muessen. Waehrend diesen zwei Stunden ist der Fahrer des Tro Tros mit einem anderen Tro Tro mitgefahren und so hat ein anderer weiterfahren muessen, alle fuenf Kilometer haben wir Wasser nachfuellen muessen. Der Fahrer haette dann den Trotro beinhahe in den Strassenrand gelenkt und beim Zurueckreissen des Fahrzeugs auf die Strasse waeren wir beinahe umgekippt, ich hatte wirklich Angst, da die Ueberlebenschancen in einem Tro Tro im Falle eines Unfalles sehr gering sind - und Unfaelle kommen durchaus vor. In Yendi sind wir ca. um 20:00 Uhr angekommen, wo ich nicht mehr in die Stadt rein durfte, da dort gerade "State of Emergency" herrscht. Ausnahmezustand, da sie dort vor 2 Wochen ihrem"cheaf" (bei uns so etwas aehnliches wie Buergermeister) wegen politischen Problemen den Kopf abgehackt haben. Habe dann bei den Polizisten, die sehr schwer bewaffnet waren, geschlafen - allerdings nicht sehr gut, da die Bank schmal und hart war. Ueber diese Reise gaebe es noch wirklich viel viel mehr zu berichten, aber alles zu seiner Zeit... Neachste Woche beginnt wieder die Schule und auch all die anderen kleinen Arbeiten, die ich mir gesucht habe, beginnen wieder, worueber ich sehr froh bin, da so die Zeit viel viel schneller vergeht. Auf jeden Fall lerne ich sehr viel in diesem Jahr und vieles von dem werde ich erst verstehen, wenn ich schon lange nicht mehr hier bin - es geht alles Schritt fuer Schritt. Ausserdem faellt es mir sehr schwer, dies alles zu verstehen und nachvollziehen zu koennen! Liebe
Grüße aus Ghana, Don Bosco Vocational
Training Institute |