Lausbuben Gschichtn und Erlebtes
Natürlich gibts,
wie überall zahllose Gschichtln, Lausbuben Streiche und auch
sonst allerhand zu berichten. Viele davon habe ich selbst erlebt oder
war maßgebend daran beteiligt:
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Die Nägel im Hackstock
Einmal, so erinnere ich mich noch, als wärs erst vor
wenigen Tagen gewesen, wars wieder an der Zeit, einen Nachbarn ein
bißchen zu ärgern. Mit besonderer Freude stürmten
wir in die Werkstätte unseres Wagner-Meisters. Die Zeit war
günstig. Der Wagner war gerade bei der Jause und so hatten
wir (der Nachbarssohn und ich) Zeit, uns etwas Ausgefallenes einfallen
zu lassen.
In dieser Werkstätte fiel uns das nicht schwer. Nach wenigen
Augenblicken hatten wir die zündende Idee: Wir werden in den
Hackstock, den der Meister täglich braucht, Nägel einschlagen.
Einer suchte die passenden Nägel, der andere hämmerte
drauf los. Ein Nagel mußte neben dem anderen eingeschlagen
werden und zwar so, daß es der Meister nicht gleich sieht.
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Scheinbar hatte die Jause heute
etwas länger gedauert und so konnten wir unser Werk in Ruhe vollenden.
Bereits am nächsten Tag kam der Meister ins Wirtshaus und schimpfte
fürchterlich. Auf die Frage der anwesenden Gäste, was denn los
sei, erklärte er den Vorfall: Er ging nichtsahnend in die Werkstätte
um mit der Hacke einige Pfähle zu spitzen. Anfangs ging dies ganz
gut, aber plötzlich schien die Schärfe der Hacke nachzulassen.
Auf der Schneide waren zahlreiche Mosen zu sehen. Nun ging
er der Sache auf die Spur und siehe da: Der Hackstock war mit zahllosen
Nägeln gespickt.
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Der schnellste
Läufer oder "Wer gut schmiert, läuft gut"
NEU!
Vor kurzem erzählte mir ein ehemaliger Vormooser folgende Geschichte:
Es war im Sommer und furchtbar heiß. Die Dienstboten beim
Wirt waren damit beschäftigt die Ernte einzubringen. Mir war
langweilig - furchtbar langweilig. Also begab ich mich auf eine
Erkundungstour durch den Ort. Ich brauchte nicht weit zu gehen,
da sah ich schon von Weitem den "Wernzl" (ein Bauer aus
dem Ort), der gerade damit beschäftigt war, die Achsen und
Räder eines alten Leiterwagens mit einer schwarzen, stinkenden
Wagenschmiere zu schmieren.
Auf meine Frage,
warum er das tut, erklärte er mir den Sachverhalt, wonach Achsen
und Räder je nach Gebrauch richtig geschmiert werden müssen.
Der Bauer war, ob meiner Neugier, nicht verlegen und spielte mir
einen Streich: Er erklärte mir, dass auch ich viel schneller
als die anderen Dorfbuben laufen könnte, wenn ich meine Knie
mit dieser schwarzen und stinkenden Wagenschmiere kräftig einreibe.
Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen. Ich wollte
doch, da ich jetzt nur in den Ferien in Vormoos war und sonst in
Wien lebe, etwas besonderes zeigen und das sollten meine Laufrekorde
sein.
Leider kam es
gar nicht zu einem Wettbewerb. Voller Stolz lief ich natürlich
nach Hause, um meiner Mutter und allen im Hause Lebenden, die neueste
Errungenschaft vorzustellen. Erst als von allen Seite schallendes
Gelächter kam, dämmerte mir, dass damit Etwas nicht stimmen
könnte. Meine Mutter klärte mich über diesen Ulk
auf und rieb mir dann mit der Wurzelbürste meine Knie wieder
sauber.
Schade! Ich
wollte doch nur den Vormoosern beweisen, dass ein Städter (Wiener)
schneller laufen kann. :-))
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Wintersport in Vormoos
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Ein Höhepunkt im Jahreslauf ist
sicherlich für jedes Kind und auch jeden Jugendlichen der Winter.
Leider lassen sich diese in unserer Jugendzeit erlebten Winter nicht
mehr mit den heutigen vergleichen. Damals war es kalt, sehr kalt
sogar. Es gab Schnee, sehr viel Schnee. Könnt ihr euch vorstellen,
wie der Schnee durch die Kälte oben gefroren und damit tragfähig
war.
So hatte ein schneereicher und kalter
Winter den Vorteil, daß sich viele Wege dadurch wesentlich
verkürzten. Man konnte einfach querfeldein schnurstracks
von einem Ort zum anderen gelangen. Damit ergab sich natürlich
auch ein wesentlich kürzerer Schulweg von Vormoos nach Feldkirchen.
Obwohl der Weg viel kürzer war, brauchte man mehr Zeit, um
das eine oder andere zu erleben
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Da natürlich die Schneeräumung
nicht mit heutigen Maßstäben verglichen werden kann, mußten
wir, obwohl wir das, ihr könnt es euch sicher vorstellen, nicht wollten,
auch manchmal zwangsweise zu Hause bleiben. :-)) Oft kamen wir auch naß,
voll Schnee und mit gefrorenen Kleidern in die Schule. Dann mußten
wir die nassen Kleidungsstücke ausziehen und am Ofen wärmen.
Keiner von uns hatte, obwohl auch wir schon
einen schweren Schulpack tragen mußten, Haltungsschäden.
Oft müssen einem die heutigen Kinder und Jugendlichen beinahe leid
tun, wenn sie den Schulweg mit dem Schulbus fahren müssen.
Natürlich war bei uns nach der Schule
Sport angesagt. Ein sportliches Highlight war die Schlittenfahrt am Furtnerberg.
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Mit dem alten Hörndlschlitten
und einigen Metern Anlauf gings durchs Dorf, vorbei beim Furtner
und beim Wernzl mitten in den Hof. Ganz besonders schneidige starteten
bereits auf der Friedhofsstiege. Die etwas Größeren fuhren
mit dem großen Zugschlitten auf der Schlittenbahn und nicht
selten ging eins dieser Gefährte zu Bruch. Ihr könnt euch
vorstellen, welchen Wirbel es dann zu Hause gab, außer man
fand keinen Verursacher.
Für die Größeren und
natürlich auch die Erwachsenen war die Eisbahn zwischen Wirt
und Reindl der tägliche Treffpunkt. Hier fand man sich nicht
nur um Eisstock zu schießen, sondern auch um die täglichen
Neuigkeiten unter die Leute zu bringen. Zahlreiche Moarschaften
nahmen an den täglichen Meisterschaften teil. Sie
begannen oft schon zu Mittag und dauerten solange es das Tageslicht
zuließ. Oft war die Eisbahn zu kurz und so kam es, daß
der eine oder andere Stock beim Wernzl durch das Fenster kam und
in der Stube landete.
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Schlittenfahrt am Furtnerberg
1930
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Wer anderen eine Grube gräbt ...
im Gegensatz zu heute, wo Kinder und Jugendliche
ihre Freizeit überwiegend vor der Glotze, dem PC oder mit ihrer Playstation
verbringen, war es bei uns ganz anders. Waren wir endlich von der Schule
zu Hause, widmeten wir uns fast ausschließlich unseren Freizeitaktivitäten.
Übrigens, so erzählt mir meine
Mutter immer noch, wußte sie eigentlich nie, ob ich schon von der
Schule zu Hause war. Ein sicheres Zeichen war jedenfalls, daß irgendwo
im Haus oder Hofbereich der Schulpack lag. Und dann gings
los.
Einer der Höhepunkte im Spieljahr war
die Gründung und Rivalisierung von Ober- und Unterdorf. So hatte
natürlich jede Gruppe auch eine eigene Hütte. Unser Zentrum
war im Obstgarten vom Wirt. In diesen Hütten trafen wir uns zum Meinungsaustausch.
Hier berieten wir um wichtige Entscheidungen zu treffen und dem Alter
entsprechend, die eine oder andere Zigarette zu probieren. In diesen Zentren
mußten wir natürlich auch, sofern es die Eltern zuließen,
übernachten. Dabei war es üblich, der gegnerischen Gruppe tief
in der Nacht einen oder auch mehrere Besuche abzustatten, um den Gegner
zu schrecken oder Furcht einzuflößen.
Einmal wurde uns bekannt, daß uns unsere
Gegner in der Nacht besuchen wollten. Um ihnen einen Denkzettel zu verpassen,
beschlossen wir, vor unserem Heim eine Grube auszugraben und entsprechend
zu tarnen. Gesagt, getan. In der Hitze der Nachmittagssonne wurde diese
Fallgrube ausgehoben und mit Reisig fein säuberlich abgedeckt, um
den Gegner zu täuschen.
Endlich kam die Nacht. Wir waren ganz gespannt
auf den Besuch des Gegners. Immer wieder meinten wir Jetzt kommen
sie. Aber nichts geschah und wir schliefen, von der Anstrengung
des Nachmittags gezeichnet, ein.
Spät nach Mitternacht wurden wir schlagartig
geweckt und wir vernahmen eine fürchterliches Schimpfen und Kreischen
Saubande, Rotzbuben,.... Es war also an der Zeit, uns von
unserem Fang zu überzeugen. Mit äußerster Vorsicht öffneten
wir die Tür und sahen vor uns eine alte Frau bis zu den Hüften
in der Grube. Im Schein der Taschenlampe erkannten wir dann die Besucherin.
Es war die Duschlin, die uns zu später Nachtstunde einen
Schrecken einjagen wollte. Wie sich zeigt, ging der Schuß nach hinten
los.
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