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Ein Tag als „KneipperIn“ bei den Marienschwestern in Aspach
April 2007


Der Gesundheitslehre nach Pfarrer Kneipp folgend verbrachte ich im April 3 Wochen in der Kneipp-Kuranstalt der Marienschwestern in Aspach. Um auch euch einen kleinen Einblick in die Welt des Kneippens zu gewähren, habe ich einen meiner Tagesabläufe in einem kleinen Bericht mit Fotos zusammengestellt. In den Medien wird viel darüber berichtet, aber um sich selbst ein Urteil machen zu können, sollte man das Kneippritual selbst einmal erleben
.


Blick auf die Gemeinde Aspach

die Kneipp-Kuranstalt -
mein Zuhause für die nächsten 3 Wochen


zum Kneippen gehört auch die Natur zu sehen und zu genießen

Der typische Kneipp-Alltag startet bereits in aller Herrgott's Früh. Dem ersten Hahnenschrei (etwa zwischen 5 und 6 Uhr) folgt das erste Highlight: die saukalte, aber erfrischende Oberkörperwäsche durch Schwester Emanuela. Im Anschluss an diese Frischwassertherapie darf man sich - ohne sich abzutrocknen - nochmals für ein kurzes Nickerchen in die warmen Federn kuscheln. Schließlich sollte man nicht allzu hektisch in den neuen Tag starten. *gg*

Spätestens um 6:45 Uhr heißt's dann tatsächlich aufstehen. Immerhin beginnt um 7 Uhr der tägliche Morgensport: Gruppengymnastik mit Musik unter der Leitung von Maria, Barbara oder Sabine. Nach diesen morgendlichen "Strapazen" hat man sich das Frühstück redlich verdient: Kaffee, Tee, Wurst, Schinken, Käse, Früchte und Fruchtsalat, Butter, Marmelade, Müsli - alles was das Herz begehrt, steht zum Schlemmen bereit. Aber leider sagt einem die innere Stimme: "Paß auf - 1.000 Kalorien sind angesagt!" Aber nicht etwa 1.000 zum Frühstück, sondern 1.000 über den ganzen Tag verteilt. Hier ist wahrlich Disziplin gefragt!

Ab 8 Uhr warten schließlich spezielle Anwendungen auf die Kurgäste. Zur Auswahl stehen dabei etwa Anwendungen im Bett (Lehm- oder Joghurtwickel oder ein heißer „Heusack“) oder Behandlungen in den Bädern (warme oder kalte Arm- oder Kniegüsse, aufsteigende Armbäder oder temperierte Blitze, Baldrian-Vollbäder oder Unterwassermassagen). Die Palette ist vielfältig und umfaßt viele „Köstlichkeiten“ für einen gesunden Körper und Geist. Anschließend ist wieder eine Ruhepause von mindestens 30 Minuten angesagt. Erholung pur! Bis 11.30 Uhr hat man Zeit für eine individuelle Vormittagsgestaltung, etwa für ausgiebige Spaziergänge in der Natur, für den Besuch beim Kurarzt oder auch für ein Kaffeetscherl im Kneipp-Kaffee "Einkehr".


Blumen zieren das Kurheim


Schwester Emanuela bei der Oberkörperwäsche


Morgengymnastik mit Sabine

so Walter, jetzt ein erfrischender Knieguß von Schwester Reintraud

das neue Hallenbad wartet auf die Kurgäste

auch ein Besuch im Dampfbad, in der Biosauna oder
in der Infrarotkabine ist möglich


die volle Wanne wartet auf mich -
eine Unterwassermassage steht auf dem Kneipp-Plan


Um 11:30 Uhr öffnen sich die Tore zum Speisesaal. Ein köstliches, jeden Tag wechselndes Salatbuffet wartet auf den Ansturm. Ihr könnt mir glauben: so ein mehrgängiges Mittagsmenü – vom freundlichen Personal serviert – kann durchaus zu den täglichen Höhepunkten zählen. Vielleicht auch noch 1/8 Wein oder a frische Halbe „Schlägler Bier“ dazu... Na ja, lassen wir das! Aber träumen darf man doch, oder?


das mittägliche Salatbuffett

Ilse plaudert mit ihren Tischkolleginnen über den heutigen Tag


Prost Walter - Sepp - Hans!


Nach der kalten Schlacht am heißen Buffet ist wieder Ruhe angesagt. Je nach persönlichen Präferenzen kann zwischen einem kleinen, erholsamen Nickerchen oder einem gesunden Mittagsspaziergang gewählt werden. Viele (ich glaube fast die Meisten) bevorzugen hier eindeutig die 1. Alternative.

Nach dieser kleinen "Faulenzerphase" ist erneut sportliche Betätigung gefragt. Gestartet wird um 13:30 Uhr mit dem Hockerturnen: 20 – 30 Minuten Gruppengymnatik auf dem Hocker. Um 14 Uhr wartet die nächste nasse Anwendung auf erholungsbedürftige Körper und um 15 Uhr heißt's Abmarsch in die Natur. Einzel- oder Gruppenmärsche, Nordic Walken oder einen Tripp mit dem Rad – alles ist möglich! Eine meiner sportlichen Lieblingsbeschäftigungen ist klar das Wassertreten - im Storchenschritt eine Runde durch’s eiskalte Nass! Das hält Geist und Körper frisch!!! Um 17:30 Uhr öffnen sich dann erneut die Tore des Restaurants und die am Vortag bestellte Köstlichkeit wartet förmlich darauf, genüsslich verspeist zu werden. *schlemm*

Ab 18 Uhr ist das "Pflichtprogramm" abgeschlossen und das individuelle Erholungsprogramm kann beginnen, etwa mit einem gemütlichen Abendspaziergang. Großer Beliebtheit erfreut sich auch die neue „Saunalandschaft“ mit Dampfbad, Biosauna und Infrarot. Abkühlung bietet hier ein Sprung ins kühle Nass des neuen Hallenbades. Aber auch Mediation ist neben den zahlreichen Fachvorträgen ein abendfüllendes Thema. Wenn man dann noch Lust und Laune hat, sollte natürlich die fehlende Flüssigkeit ergänzt werden. Das kann man traditionell beim „Zwink“, in der Reha-Bar oder beim Danzer machen. Zum Glück hat jeder Kurgast einen Haustürschlüssel und so ist es nicht ganz so genau, wann man zuhause ist und die Bettruhe einhält...


Hockergymnastik: Zehenkrabbeln

Meditation mit Schwester Emanuela


und jetzt eine kleine Stärkung im Cafe "Einkehr"


Blick auf Aspach mit blühendem Rapsfeld

eine gemütliche Runde beim Zwink


die meisten Kurgäste kommen schon jahrelang nach Aspach
- wie diese zwei: Sepp und Walter

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