| Vormoos
vor 100 Jahren - Im Rahmen von Recherchen rund um unsere Heimat sind wir kürzlich auf einen Bericht in der "Neuen Warte am Inn" (13. März 1914, Seite 7) gestoßen, der Einblicke in das Zechleben vor rund 100 Jahren bietet. Vormoos Online bedankt sich bei Herrn Gottfried Wengler (ehem. Amtsleiter, Ostermiething) für die Unterstützung. "Am
Samstag den 30. November 1913 kam mit mehreren Burschen auch der Beschuldigte
Georg Patsch in das Weilbuchner’sche Gasthaus in Vormoos, wo unter
anderen Gästen auch der Knecht Webersberger und Anton Huber anwesend
waren. Der Beschuldigte ging auf den Tisch zu, wo Webersberger war und
setzte sich auch zu ihm hin, obwohl dieselben aufeinander nicht gut zu
sprechen sind. Webersberger sagte auch, er sollte von seinem Tisch weggehen,
da er mit ihm nichts zu tun haben wolle. Aus diesem Anlasse kamen die
beiden in einen Wortwechsel, in den sich auch Anton Huber einmengte, der
aber vom Gastwirte wieder beigelegt wurde. Gegen Mitternacht verließ
Georg Patsch mit seinen Zechkameraden das Gasthaus und begab sich auf
den Heimweg. Aber schon außerhalb des Stalles des Wirtsanwesens
seien gegen ihn Scheiter geworfen worden, worauf er aus seinem Revolver
zwei Schreckschüsse abgab. Auf diese Schüsse flüchteten
die Burschen in den Hof, wohin ihnen der Beschuldigte mit seinen Kameraden
folgte. Anton Huber, welcher ebenfalls schon auf dem Heimwege begriffen
war, musste natürlich auch sehen, was hier vorgeht, kehrt in den
Hof zurück und ging, nach Angabe des Beschuldigten mit einem Holzscheit
bewaffnet auf ihn zu. Huber habe dann einen Schlag gegen Georg Patsch
geführt, worauf dieser auf zwei Schritte Entfernung mit den Worten:
„Lump, lausiger, haben wir dich jetzt!“ einen Schuss gegen
dessen Kopf abgab. Auf den am Boden liegenden Huber habe der Beschuldigte
noch einen Schuss abgefeuert, wodurch er außer der schweren Verletzung
am Kopfe einen Streifschuss an der Nase davontrug. Rauhe Sitten - vor 100 Jahren in Vormoos! |