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Eine schöne Bescherung...
eine etwas andere Weihnachtsgeschichte
(Josef Bachleitner)

So mancher wird sich noch an unsere Weihnachtsgeschichte aus dem Vorjahr erinnern können. Scheinbar ist es heuer nicht anders. Jedesmal wenn eins der Familienmitglieder nach Hause kommt, wird unser Hauptdarsteller nervös und unruhig.

Beim Öffnen der Haustür stürmt er hinaus und postiert sich vor dem angekommenen Auto in der Hoffnung, dass auch er schon einige Tage vor der Bescherung etwas Erspähen kann. Natürlich muß er dann den gesamten Einkauf inspizieren und prüfen. Wie die beiden Fotos zeigen, erging es ihm auch heute so. "Da muß doch auch etwas für mich dabei sein, oder? - Wieder nicht! Wie lange wird diese Warterei noch dauern?"...

In wenigen Tagen werdet ihr Wuschl's Weihnachtserlebnisse auf Vormoos Online verfolgen können.


und so war's im Vorjahr:

Bereits seit Wochen liegt es in der Luft. Ich spüre es förmlich. Alles ist anders: Saukalt, Schneefall, besinnliche Musik mit Kerzenschein und eine gewisse Hektik, die sich auch in unserem Haus breit macht. Jeden Tag ein bißchen mehr - jeden Tag etwas Anderes. Wenn ich von einem meiner ausgedehnten Spaziergänge zurückkomme, rieche ich ganz deutlich den Duft frisch gebackener Kekse. Ob da doch auch für mich eins abfällt? Na klar - uuiihh sind die gut. Hoffentlich gibts noch mehr.

Die Spannung steigt von Tag zu Tag. Heute haben wir eine wunderschöne Tanne umgeschnitten. Eigentlich schade um diesen schönen Baum und auch etwas komisch. Was machen sie wohl damit? Jetzt haben sie ihn auch noch verpackt und in eine kühle Ecke gestellt.

Sonderbare Dinge ereignen sich tagtäglich. Beinahe jeden Tag bringt eins unserer Familienmitglieder ein Packerl nach Hause und versteckt es sorgsam. Wenn ich nicht Jeden beim Heimkommen begrüßen würde, wüßte ich das alles nicht.

Hin und wieder riecht es schon verdammt gut. Weihrauch wurde aufgelegt und verbreitet seinen Duft im ganzen Haus. Ich glaube, wir nähern uns dem Höhepunkt. Heute hat in unserem Haus niemand seinen Wecker gerichtet um frühzeitig aufzustehen. Also drehe ich mal eine Runde und schau von Zimmer zu Zimmer und von Bett zu Bett. Die Morgensonne strahlt durchs Fenster, aber nichts rührt sich. Na gut, dann hau ich mich auch noch mal auf's Ohr.

Endlich Bewegung. Endlich Frühstück mit heißen Kaffee und herrlich duftendem frischen Brot und was für mich von Bedeutung ist - Schinken! Und dann geht's los. Schlag auf Schlag. Jetzt holen sie den Christbaum und stellen ihn auf. Komisch! Aber es kommt erst. Jetzt bringen sie Schachteln voll bunter und schillernder Kugeln, Glocken und Strohsternen. Den ganzen Schmuck hängen sie nun an den im Wohnzimmer stehenden Baum. Toll. Wirklich toll. Von Minute zu Minute steigt die Spannung und der Baum wird im schöner, bis er schließlich mit Lametta und Kerzen verziert, in voller Pracht strahlt.

Nun ist es Mittag und Zeit für ein gemütliches Nickerchen auf meinem Lieblingsplatz. Jetzt ist mir eigentlich egal, was passiert - ich brauche meine Ruhe um für die nächsten Stunden fit zu sein. Nach diesem Schönheits- und Entspannungsschlaf geht's zu Fuß zur Mette nach Moosdorf. Eine Freude an so einem schönen Wintertag (Schnee mag ich ja besonders gern) eine ausgedehnte Wanderung zu unternehmen. Endlich ist die Messe aus und wir können wieder nach Hause gehen. Eigentlich will ich noch gar nicht nach Hause, wir müssen erst noch einen Abstecher ins Wirtshaus machen, wo wir heute zu einem herrlichen, weihnachtlichen Festmahl eingeladen sind. Mmmhhh, das duftet ja ganz besonders.

Aber was gibts jetzt? Nach diesem feudalen Festschmaus wechseln meine Leute in einen anderen Raum und siehe da, auch hier steht ein festlich geschmückter, mit Kerzen und Spritzern verzierter und strahlender Christbaum. Und unter dem Baum viele, herrlich verpackte Geschenke. Ob da auch für mich eins dabei ist? Zur Sicherheit werde ich gleich mal nachschauen. Ja, tatsächlich. Ich glaube ich kenne es genau - dieses Geschenk kann nur für mich sein. Schade, dass ich es noch nicht aufreissen kann, denn jetzt singen alle und ich kann doch nicht diese besinnliche Feier stören. Na gut, warte ich halt noch ein wenig.

Endlich! Nach dem wunderbaren "Stille Nacht, heilige Nacht" geht's an die Geschenke. Alle bekommen eins. Und auch ich darf mir das bereits von mir auserwählte Packerl nehmen und aufreissen. Herrlich! Endlich was, das auch ich brauchen kann.

Statt hier in aller Ruhe sitzen zu bleiben und den Abend zu geniessen, ist bei uns scheinbar Hektik angesagt. Jetzt heißts zusammenpacken und nach Hause fahren. Und auch hier der selbe Vorgang: Beten - Singen - Schenken und, und das ist mir das liebste - mein Geschenk auspacken. Super, auch zu Hause ein tolles Geschenk.



 

Und schon wieder hör ich: So, wir fahren jetzt zur nächsten Bescherung. Gut. Wir lassen alles liegen und stehen und machen uns, die Mädchen haben ihre Gitarren mit, auf den Weg. Nun scheint es doch etwas ruhiger zu werden. Aber auch hier heißt es wieder: Beten - Warten - Singen - immer noch Warten - und endlich ist es so weit. Auch hier wartet auf mich ein sensationelles Packerl. Ich weiß zwar nicht, was da wohl drin sein wird, aber ich werde es bald wissen. Also nehme ich das liebevoll verpackte Geschenk, lege es auf den Boden, stelle mich drauf und entferne vorerst ganz vorsichtig die schöne Verpackung. Noch einmal eingepackt. Ich werde unruhiger und möchte wissen was da wohl drin ist. Verdammt, nochmals eingepackt. Jetzt ist es mir wurst. Mit aller Kraft reisse ich das Papier auf, um endlich an mein Geschenk zu kommen.

Nun habe ich es geschafft. Ein wundervolles Geschenk liegt vor mir. Ich überzeuge mich von der Funktion und zeige es den Anwesenden. So, nun ist es aber für heute genug. Ganz egal was passiert. Ich habe heute frei und werde mich dementsprechend verhalten. Das heißt: Ruhe, Ruhe und Schlaf - den brauche ich nach so einem aufregenden Tag.

Das war für mich Weihnachten 2003 im Kreise meiner Lieben.

Ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest wünscht Euch Euer

Wuschl

PS: Natürlich freuen wir uns - ganz besonders natürlich ich - wenn ihr uns eure Weihnachtsgeschichte zukommen läßt. Wir werden sie gerne in unserer HP veröffentlichen.

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