<<zurück>>

WW – Wuschl Weihnacht 2004
Eine schöne Bescherung - eine etwas andere Weihnachtsgeschichte II
(Josef Bachleitner)

Für alle, die es nicht mehr erwarten können – hier die diesjährige Wuschl-Weihnachts-Geschichte. Sicherlich kannst du dich noch an die Wuschl-Erlebnisse des Vorjahres erinnern – oder etwa nicht – macht nichts – du kannst die Weihnachtsgeschichte unter Aktuelles – „Wuschl's Vorfreude“ nachlesen.

Nun, heuer war's eigentlich nicht viel anders. Schon seit einigen Wochen verhält sich unser Wuschl sonderbar, als würde er etwas spüren. Das Ganze sieht so aus:

Jedes Auto, das zu uns kommt, wird vorerst vorsichtig und aus einer gewissen Distanz beobachtet und bei Bedarf wird dann entsprechend gebellt. Ja, dazu bin ich ja eigentlich auch da. Wachen, aufpassen und die Hausbesitzer warnen, sind ganz wichtige Pflichten eines Hundes, auch wenn ich etwas klein bin. Also wie gesagt – die Autos und auch die daraus aussteigenden Besucher muss ich genauestens überprüfen. Von besonderem Interesse ist natürlich auch das Gepäck, das jeder Hausbewohner oder Besucher mitbringt. Hier könnte doch etwas versteckt sein. Zur Sicherheit inspiziere ich am besten – auch wenn`s schnell gehen muss – gleich noch den ganzen Kofferraum, um mit 100%iger Sicherheit alles unter Kontrolle zu haben.

Aber es muss ja wie gesagt, alles sehr schnell gehen – nach einer kurzen Autoinspektion muss ich sofort ins Haus, um ja nichts zu übersehen und vor allem eventuell mitgebrachte Packerl zu prüfen. Ja, in den meisten Fällen ist auch alles klar und nach den anstrengenden Überprüfungen kann ich mich dann ruhig niederlegen oder den Besuchern meine Spielsachen vorführen – na, vielleicht spielt auch wer mit mir...

In den letzten Wochen stieg der Stress buchstäblich Tag für Tag. Mein Frauchen und die Angehörigen benahmen sich einfach etwas anders. Sie redeten leise, damit ich es nicht höre oder vielleicht auch nicht sehen soll – aber – obwohl es nicht so aussieht – einem aufmerksamen „Wächter“ wie mir entgeht nichts :-) Und so spürte ich in den letzten Tagen auch, dass da einige Sachen passierten, die mich wahrscheinlich nichts angehen sollten. Natürlich habe ich das mitbekommen. Ohne mich geht hier in diesem Haus nichts – nein, gar nichts und diese Geheimniskrämerei steigert natürlich meinen Wachsinn.

Nun kommt Weihnachten immer näher und heute, ja heute muss doch sicher der Heilige Abend sein. Alles ist anders. In den letzten Tagen wurde geputzt und gewischt – so als ob dazu in den nächsten Tagen nicht Zeit genug wäre. Und heute haben sie dann wieder so eine wunderschöne Tanne ins Wohnzimmer gebracht und auch aufgestellt. Erst wie ich gesehen habe, dass mein Frauchen anfängt, bunte Kugeln und vor allem auch Schokolade dranzuhängen wusste ich es genau. Das ist der Christbaum und heute wird dann sicher auch gefeiert. Und so war`s dann auch. Nach dem Mettenbesuch – ich musste natürlich wieder einmal alleine zuhause bleiben – ging`s zur Oma zu einem festlichen Weihnachtsschmaus. Ich weiß schon auf wen ich mich da verlassen muss, damit auch für mich was abfällt. Na – mein Frauchen hält mich da etwas kurz. Macht nichts – ich bekomm schon auch einige Köstlichkeiten, wenn auch nicht von ihr :-))

Während meine ganze Familie bei der Oma eingeladen war und das herrliche Mahl verspeiste, machte ich mich auf den Weg, um mich zu erkundigen, ob auch hier das Christkind schon vorbeigeschaut hat. Tatsächlich – es war schon hier. Eine herrlich geschmückte Tanne und jede Menge schön verpackter Geschenke lagen da unter dem Christbaum. Ob da auch für mich eins dabei ist? Kurz ein Blick auf die Uhr – na wie Oma da aufgekocht hat, wird das sicherlich noch ein Weilchen dauern – also Zeit genug um mich da einmal genau umzusehen. Und tatsächlich – da ist ein schön verpacktes Geschenk – das einen ganz besonderen Duft ausstrahlt.


Ob das wohl für mich ist? Vorsichtig ziehe ich es mit meinen Zähnen unter dem Baum hervor. Um wirklich ganz sicher zu gehen, untersuche ich das Packerl ganz genau. Vorne, seitlich, oben und unten und auch noch kurz umdrehen. Das könnte für mich sein. Zur Sicherheit drücke ich auch noch ganz vorsichtig mit meiner Vorderpfote drauf, und tatsächlich höre ich ein sanftes „quitsch – quitsch“. Für mich ist es eindeutig und ganz klar. Dieses Packerl kann nur für mich sein. Und jetzt die Frage: Soll ich es gleich auspacken oder doch auf die Bescherung warten? Ein kurzer Blick auf die Uhr zeigt es mir ganz deutlich: Das kann ich nicht erwarten – bis die mit dem Festmahl fertig sind – das dauert zu lange!

Also packe ich mein Geschenk, stelle mich mit den Vorderpfoten drauf und reiße mit aller Kraft und Schnelligkeit das Packerl auf. Oh je, dieses Geschenk ist gleich mehrere Male in Papier eingepackt, aber ich schaffe das und endlich habe ich es ganz ausgepackt. Ein kleiner roter Knochen, der beim Reinbeißen quitscht. Toll – und das für mich.

So jetzt habe ich's gesehn. Die Neugier ist gestillt. Ich muss nun schnell wieder unter den Tisch, damit mir nichts entgeht und vor allem damit mein Frauchen auch nicht den Verdacht schöpft, ich könnte da schon irgendwo auf Inspektion gewesen sein. Nein, nein, es ist alles gut gegangen. Meine Leute waren so mit dem Essen und Trinken beschäftigt, dass ihnen meine kurze Abwesenheit gar nicht aufgefallen ist. Die werden schauen, wenn sie zur Bescherung gehen...

Ja, so erging`s mir heuer. Ich freue mich immer wieder, wenn sich meine Familie mit den Verwandten zusammensetzt, plaudert und Gedanken austauscht. Natürlich bin ich da überall dabei. Ohne mich geht gar nichts – auch nicht Weihnachten und darum freue ich mich schon jetzt auf das nächste Fest.

Ich hoffe, ihr hattet ebenfalls so ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest im Kreise euren Liebsten, bei dem euch das Christkind mit Geschenken verwöhnt hat.

Euer Wuschl

<<zurück>>