|
Früher waren sie Todfeinde - heute verfolgen sie ein Ziel: Gemeinsam
wollen sie das Brauchtum retten Dieser Artikel von Raphael Weiß wurde in der Braunauer Rundschau 31/2004 veröffentlicht. Wir freuen uns über diese Veröffentlichung und wünschen unserem Vormooser viel Erfolg bei seinen Recherchen und sind schon auf den nächsten Bericht gespannt. Feldkirchen / Ihr Ruf ist nicht der beste. Sie sind als "Sauftruppen" verschrien. Aber trotzdem sind sie für den ländlichen Raum von großer Bedeutung, leisten sie doch einen großen Beitrag zur Erhaltung des Brauchtums und der Tradition. Die Rede ist von den Zechkameradschaften. Gleich drei davon gibt es in Feldkirchen, mit den Zechen Aschau, Gstaig und Vormoos. Deren Gründung liegt schon Jahrzehnte zurück, ihre Mitglieder waren ursprünglich nur unverheiratete Burschen nach Beendigung der Schulpflicht. Nicht aber bei der Zeche Vormoos, dort zählen auch Mädchen zu den Mitgliedern. "Ende der 80-er Jahre drängten sich immer mehr Mädchen auf", erklärt Zechmeister Raphael Weiß. Zechen rauften früher gern Zwischen den Feldkirchner Zechen gab es früher eine Feindschaft, die auf Hochzeiten und Bällen oft zu Raufereien führte. Es war teilweise sogar verboten, mit Mitgliedern der anderen Zeche zu sprechen. "Das ist heute absolut nicht mehr so. Die Zechen helfen sich untereinander sogar", sind sich die Zechmeister Gerhard Pommer (Gstaig) und Georg Eichberger (Aschau) einig. Die zahlenmäßig größte Zeche kommt aus Gstaig, mit mehr als 50 Mitgliedern. Die frisch gebackenen Vizestaatsmeister im Seilziehen sind auch die aktivste der Feldkirchner Zechen. Die Zechkassen werden größtenteils durch Veranstaltungen aufgefüllt. So dürfte der Kassier der Zeche Gstaig derzeit am wenigsten Sorgen haben, da am vergangenen Wochenende die traditionelle Gstaiger Dult mit dem beliebten Seilziehen stattfand. Am 28. August lädt die Zeche Vormoos zur "Mountain Power Night" auf dem Schneckenberg in Haiderthal ein. Die Zeche Aschau finanziert das Zechleben durch die Pfingstdult. Mit den Einnahmen wird unter anderem der Zechausflug finanziert. Zu den wichtigsten Aufgaben der Zechen zählen das Binden und Anbringen des Hochzeitskranzes, wenn ein Mitglied den Schritt vor den Traualtar wagt und somit aus der Zeche austreten muss. Weiters führen sie Nikolaus- und Krampusbesuche durch. In der Nacht vor dem Kirtag sammeln sie nicht ordnungsgemäß verwahrte Geräte aus der Umgebung und stellen sie auf dem Kirchenplatz auf. Zudem sind sie stets bereit zu helfen, wenn irgendwo Not am Mann ist. Auch in Form einer Spende etwa zur Sanierung der Kirchen.
|